Imkerverein Rhede e.V. 

von 1930


Imkerverein Rhede-Rhedebrügge erhält Rhedes Umweltpreis


Die Statistik der Bienenvölker
Am kommenden Mittwoch empfängt der Imkerverein Rhede-Rhedebrügge den vierten Umweltpreis der Stadt Rhede. Aus diesem Anlass ist im Rathaus-Foyer eine Ausstellung zum Imkereiwesen zu sehen. Der Imkerverein beklagt derweil mangelnden Nachwuchs und die Unterversorgung der näheren Umgebung mit Bienenvölkern.

Gut gelaunt bauen sie im Rathaus-Foyer die Ausstellung zum Imkereiwesen auf (v. li.): Dieter Czernia, Johannes Schulze-Böing, erster Vorsitzende des Imkervereins Rhede-Rhedebrügge, Mechthild Messing, Klaus Weikamp, Huberta Döring und der zweite Vereinsvorsitzende August Passerschroer.
RHEDE Honigschleudern aus verschiedenen Jahrzehnten, Bienenkörbe, Kisten, Räucherwerkzeug, Wabenrahmen, Schutzkleidung:
Nach und füllt sich das Foyer des Rheder Rathauses mit Arbeitsgeräten für Bienenzüchter. Dann folgen große Fotowände, Infotafeln, Zeichnungen. Doch das kleine Chaos hat System: Zielstrebig dekorieren die Mitglieder des Imkervereins Rhede-Rhedebrügge ihre Ausstellung über das Imkereiwesen.
An einem alten Bienenstock-Wagen aus der Lüneburger Heide befestigen Klaus Weikamp und August Passerschroer ein Schild mit der Aufschrift „Imkerverein Rhede". Im Seitenflügel sortieren Huberta Döring und Mechthild Messing laminierte Info-Karten und große schwarze Kartonblätter mit Foto. Noch ist Zeit, denn eröffnet wird die Ausstellung erst am Mittwoch, wenn der Imkerverein den vierten Rheder Umweltpreis empfängt. Dann wird sie drei Wochen lang im Rathaus-Foyer zu sehen sein*- bis zum 21. November.
„Der Umweltpreis ist eine Anerkennung dafür, dass die Imker viel für die Natur und Umwelt getan haben", sagt Johannes Schulze-Böing, erster Vorsitzender des Imkervereins Rhede-Rhedebrügge.
Auch die Arbeit am Lehrbienenstand im Pastors Busch war ausschlaggebend für die Auszeichnung.
„Der wird gerne angenommen", bestätigt Gerd Messing, der den Lehrbienenstand betreut. „Vor allem von Schulklassen oder Kindergärten. Manche Gruppen sind zwei bis drei Stunden bei uns."
Obwohl Bienen so wichtig sind für die Natur, nimmt die Zahl der Imker und der Bienenvölker bundesweit immer weiter ab. „Wir haben 31 Mitglieder, davon sind 26 aktiv, die haben 188 Bienenvölker", sagt lohannes Schulze-Böing. Und er rechnet vor: Das seien 7,2 Bienenvölker pro Imker. „Das ist schon eine stattliche Zahl", sagt der erste Vorsitzende, aber nicht genug. „Wir liegen unter dem Schnitt.
In Deutschland haben die Imker durchschnittlich neun Völker. Unsere Gegend ist unterversorgt. Auf einen Quadratkilometer kommen 1,5 Bienenvölker. Der Schnitt in Westfalen-Lippe liegt bei 1,75 Völker."
„Wir brauchen jüngere Mitglieder", sagt Dieter Czernia, der fünf Bienenvölker hat. Er scherzt: „Der typische Imker ist raus aus der Reproduktionsphase und in der Rente." - „Bei den Bienen hilft aber kein Computer", fügt Schulze-Böing hinzu. Ohne Bienen geht es in der Natur jedoch nicht. „80 Prozent der Bestäubung wird von Honigbienen geleistet", sagt Schulze-Böing. „Das ist ein Riesen-Service für die Bauern", ergänzt Czernia und betont: „Wir erbringen eine wirtschaftliche Leistung, die nicht bezahlt wird. Wenn meine Bienen ein Rapsfeld bestäuben, hat der Landwirt 30 Prozent mehr Ertrag."

© Bocholter-Borkener Volksblatt
Im BBV veröffentlicht am: 27.10.2008 im Ressort:Rhede