Jagdgenossenschaft Krommert

 

Martinszug am Dienstag 11.11.2014 um 17.oo Uhr auf dem Schulhof der alten Krommerter Schule

Einleitung Jagdgenossenschaften in Krommert


In Deutschland kann man auf seinem eigenen Grund und Boden jagen - unter ein paar Voraussetzungen ! Neben einem Jagdschein braucht es wenigstens 75 Hektar Fläche, die eine Eigenjagd ergeben. Da es aber meist kleinere Parzellen gibt, finden sich die Grundeigentümer in einer Jagdgenossenschaft zusammen und verpachten das Jagdrecht.

In Krommert gibt es 3 solcher Jagdbezirke sowie die Eigenjagden Volks, Rülfing und Wülfing. Früher war die Jagd ein Priveleg des Adels - heute sind die Pächter der Jagdreviere Krommert I - III Krommerter.

Vor und nach dem 2. Weltkrieg gab es in Krommert einige auswärtige Jäger z.B. aus dem Ruhrgebiet. Namen wie "Pastor Claessen" und "Jakob Lieber" sind manchen noch geläufig, aber die Reviere sind längst auf einheimische Jäger übergegangen. Krommert I wird heute von Hermann Belting und Klemens Nachtigall angepachtet. Krommert II von Gerd Schluse und Stefan Rölfing , Krommert III von Franz Beßbring und Klaus Terhart. Zusammen mit ihm ist hier Christopher Hilger in der dritten Generation als Nicht-Krommerter an der Jagd beteiligt - die einzige Ausnahme in Krommert. Der Gedenkstein an der Homerstegge erinnert an den ersten Pächter Jakob Lieber, der ab 1936 nach Krommert kam und auch die Jagdhütte gebaut hat . Karl Terhart und Johannes Hilger haben gemeinsam mit Johann Beßbring über fast 50 Jahre Krommert III angepachtet, bis es 2008 an die heutigen Pächter überging.
Die moderne Landwirtschaft hat die Landschaft in den letzten 50 Jahren stark geändert - ein 18m Mähwerk ist schneller als eine Sense!
Das hat sich auf die Tierwelt und die Jagd ausgewirkt. Bis in die 1960-er Jahre gab es viele Rebhühner, die von "Unkräutern" leben und auf der Fläche brüten. Heute kommen Rebhühner bei uns in Krommert kaum noch vor. Es gibt zu wenig sichere Nistplätze und Nahrung für die Feldhühner. Bei Tieren, die "in der Nahrungskette weiter oben stehen", darf der Jäger heute oft nicht mehr regulativ eingreifen.

Es gibt aber immer noch eine artenreiche Tierwelt, die vom Jäger geschützt und gehegt werden soll und noch Tierarten, die bejagt werden können. In Krommert werden insbesondere Rehe, Hasen, Kaninchen, Tauben, Füchse und Enten erlegt. Während in den 1960-er Jahren ein einzelnes Wildschwein noch eine Sensation war, können heute einzelne Wildschweine gefährtet werden und es kommen nun immer mal wieder Wildschweine in Krommert zur Strecke - die Schweinezüchter sind dankbar dafür.

Manche Förster sind zudem der Meinung, dass das Rehwild die natürliche Waldverjüngung durch Verbiss der Jungbäume behindert und fordern die Jäger auf, deutlich mehr Rehe zu schießen. Da ergibt sich die paradoxe Situation, dass die Jäger zum jagen aufgefordert werden. Aber wer könnte den Wildbestand besser beurteilten als die Jäger selbst ?
Beim Schutz der Wildtiere in Krommert kann übrigens jeder mitmachen:
  • Lasst Eure Hunde nicht im Wald frei laufen und achtet auf Eure Katzen
  • Reitet nicht mitten durch den Wald
  • Lasst Hecken stehen
  • Vor dem Mähen den Jäger informieren !