|
In den fünfziger Jahren
entwickelte sich das Fußballspielen hier auf dem Lande zu einer beliebten
Sportart. Im Jahre 1957 gründeten sich die ersten 2 Hobbymannschaften in
Büngern. Die Krechtinger zogen in 1958 mit der Gründung einer
Hobbymannschaft nach. Diese Mannschaft rekrutierte sich neben Krechtingern
auch aus Altrheder Spielern (aus dem Pottgurden) und Krommertern. Das
Vereinslokal war die Gastwirtschaft Bischop in Krechting. Der Zulauf wuchs
stetig und schließlich kamen Anregungen, einen gemeinsamen Sportverein, der
sich aus den Büngernern, Krommertern und Krechtingern bilden sollte, zu
gründen. Im Jahre 1959 gründete sich der Verein DJK Krechting. Das
Spielfeld war der heutige Schulhof der Krechtinger Schule, genannt der
"Krechtinger Barg". Durch die beabsichtigte Vereinsgründung
benötigte man einen größeren Platz. Der alte Platz konnte durch den
geplanten Neubau der Pius-Schule nicht vergrößert werden. Daraufhin bot
die Familie Elbers ein Wiesenstück, im "Brügger Busch" , in
Krommert an, das in einer außerordentlichen Sitzung des Vereins als
zukünftiger Fußballplatz angenommen wurde.Der Platz ist mit finanzieller
Unterstützung der Gemeinde Rhede und mit großem Einsatz vieler
Freiwilliger gebaut worden. Das Eröffnungsspiel gewann der DJK Rhede mit 2
: 1.
Im Jahre 1960 zählte man
im DJK Krechting bereits 3 Seniorenmannschaften, 1 Altherren-Mannschaft und
2 Jugendmannschaften. 1961 kamen die ersten Schülermannschaften hinzu.
Einige Jahre später errichtete man eine Flutlichtanlage, übrigens die
erste in Rhede überhaupt.
Das Fußballinteresse
wuchs kontinuierlich und man zählte bald 16 Mannschaften. Zwangsläufig
erwies sich dadurch ein Spielfeld als zu wenig. Es wurde nach einem weiteren
Gelände gesucht und schließlich bot Bernhard Ketteler aus Krechting ein
Ackerstück gegenüber der Pius-Schule an. Ein "begrenzter"
Zuschuß der Stadt machte wieder einen intensiven Freiwilligen-Einsatz zum
Bau des neuen Platzes notwendig.
Der
"Elbers"-Platz wurde im Laufe der Jahre immer weniger genutzt.
Zuletzt nutzte ihn die Landjugend sowie einige Hobbymannschaften. Vor ca. 10
Jahren wurde er aufgelöst. Die KLJB Krommert-Büngern hat mit Nachdruck
über die Stadtverordneten die Notwendigkeit eines Sportplatzes vorgetragen.
Im Rahmen der anstehenden
Flurbereinigungsmaßnahmen erhielt man schließlich die Zusage, eine Fläche
auszuweisen. Am 1. November 1994 hat die Flurbereinigung der Stadt einen
Standort zugeteilt, die an eine städtische Fläche östlich der alten
Schule in Krommert angrenzt. Die alte und die neue Fläche wurden jedoch
durch eine altgewachsene Hecke getrennt, die sich nun als schier
unüberwindliches Hindernis zur Errichtung eines Mehrzweckplatzes
darstellte. Denn die Verwaltung stufte diese Weißdornhecke, im Gegensatz
zur Flurbereinigungsbehörde, als erhaltenswertes Biotop ein und bot ein aus
der Sicht der Krommerter Bürger viel zu kleines 40 mal 60 Meter großes
Spielfeld an. Die ursprüngliche Forderung nach einem 70 x 110 m großen
Areal schien unerreichbar.
Die Krommerter haben sich
daraufhin bereiterklärt, diese Hecke zu versetzen und auf das Drei- bis
Vierfache zu verlängern. Die Mehrheit des Rates und der Verwaltung lehnten
jedoch diesen Vorschlag ab. Daraufhin riefen die Initiatoren aus Krommert
eine Unterschriftenaktion ins Leben. Einige Ratsmitglieder sahen es in einer
Bauausschußsitzung des Rheder Rates als Erpressung an, wenn die Krommerter
die Organisation und Pflege des Mehrzweckplatzes ablehnten, sollte die
Verwaltung von ihrer Entscheidung nicht abrücken.
Schließlich wurde ein
Antrag zum Bau eines 60 mal 90 Meter großen Platzes eingebracht mit der
Maßgabe, die Hecke zu versetzen. Der Umweltwert blieb ein Streitpunkt. Laut
Analyse des hiesigen Landschaftswartes leben zahlreiche Arten von Insekten
und Vögeln in dem Biotop, die es zu schützen gilt. Unterschiedliche Ansichten
und Meinungen prallten aufeinander. "Für Hobbymannschaften sei es doch
sicherlich ausreichend, auf einem Platz von 40 mal 60 Metern zu
spielen" äußerten sich Stadtverordnete. In Zeitungsartikeln wurde
gefragt:"...was steckt schon hinter dem Namen "FC-Warsteiner"
oder der "Fußballmannschaft Schützenverein Renzelhook"? Ein
Vertreter des Rates telefonierte sogar mit dem Deutschen Fußballbund, um
Spielfeldgrößen zu erfragen. Danach würde die geplante Feldgröße in
Krommert die einer D-Jugend entsprechen. Freundschaftsspiele mit
benachbarten Mannschaften könnten danach "vergessen" werden. Aus
den kontroversen Diskussionen, die von etlichen Stellungnahmen und Berichten
im Bocholter-Borkener Volksblatt begleitet wurden, klang auch heraus, daß
die Gefahr einer Vereins-Neugründung bestehen könnte, in Konkurrenz zu den
Fußballvereinen in Rhede und Krechting. Wer aber die Bevölkerungsdichte
Krommerts kennt, ist sich darüber im klaren, daß diese Befürchtung
völlig unbegründet ist. Denn eine derart große Zahl Jugendlicher gibt es
hier nicht, um A- bis F-Fußballmannschaften ins Leben zu rufen.
|
Ende Januar 1995 hatten
die Krommerter 730 Unterschriften für den Bau eines 60 mal 90 Meter großen
Spielfeldes gesammelt Die Unterschriftslisten wurden im Rheder Rathaus dem
Bürgermeister überreicht.
Die UWG plädierte in
einer darauffolgenden Presseerklärung für die Versetzung der Hecke. Die
Landjugend betonte in einem Zeitungsbericht, daß man immerzu über ein
Fußballfeld diskutierte und daß die eigentliche Benennung
"Mehrzweckplatz" ins Hintertreffen geraten sei. Sie wies zurecht
darauf hin, daß sie als eine der am Platz beteiligten Gruppen neben
Fußball- auch Völkerball- und Spiel-ohne-Grenzen-Turniere bestreiten wolle
und das selbstverständlich zusammen mit überregionalen KLJB-Gruppen.
Desweiteren wünschte sich der TTV (Tischtennisverein) Krommert, auf einem
heimischen Sportplatz Konditionstraining zu absolvieren. Die Fronten blieben
verhärtet und es schien eine kurzfristige einvernehmliche Lösung des
Problems nicht in Sicht.
Die Gründung eines
"großen" Mehrzweckplatzes könnte in weite Ferne gerückt sein,
wenn nicht die Familie Rümping gewesen wäre. Denn sie hat sich in
dankenswerterweise bereit erklärt, ein angrenzendes Wiesenstück der
Flurbereinigung zur Verfügung zu stellen. Die gewünschte Platzgröße von
60 mal 90 Metern unter der Berücksichtigung des Verbleibs der Hecke konnte
nun realisiert werden.
Die Stadt Rhede gab kurz
darauf grünes Licht für den Bau des Mehrzweckplatzes und der Gründung des
Fördervereins e.V. stand nun nichts mehr im Wege. Die Trägerschaft bis zur
Gründung des Fördervereins übernahmen die drei Schützenvereine
Krommerts, die KLJB Krommert-Büngern sowie der Reiterverein Rhede e.V. Das
hierzu gebildete Organisationskommittée unter der Leitung von Georg Enck
hatte die Aufgabe, die Vorbereitungen zur Vereinsgründung zu organisieren.
Mit der fachlichen Unterstützung von Rechtsanwalt Hermann Starting wurde
ein Satzungsentwurf erarbeitet und die notwendigen behördlichen
Beantragungen gestellt.
Im Mai 1995 wurde von der
Stadt Rhede ein erster Kostenvoranschlag unterbreitet. Die Herstellkosten
wurden mit DM 125.000 veranschlagt, wobei die Eigenleistungen
unberücksichtigt blieben. Ein einmaliger Zuschuß der Stadt in Höhe von DM
30.000 bedeutete doch eine erhebliche Finanzierungslücke. Es wurden nun
Kostenanalysen der Krommerter Delegierten aufgestellt. Vorrangiges Ziel war
es, die Bereitschaft der "Einheimischen" zu ergründen, durch
freiwilligen Arbeitseinsatz, Maschinenhilfe (Traktoren...) und auch
Geldspenden die finanzielle Belastung zu minimieren. Bereits nach kurzer
Zeit stand fest: der Zuspruch fiel auf breiter Ebene äußerst positiv aus.
Nach erneuter Kalkulation wurden die voraussichtlichen Kosten auf DM 68.000
veranschlagt.
Die Gründungsversammlung
des Fördervereins fand am 13. Juli 1995 statt. Mit der unerwartet hohen
Zahl von 112 Mitgliedern konstituierte sich der Förderverein Ortsmitte
Krommert, der sich mit der einmütig verabschiedeten Satzung die Förderung
der Heimatpflege und Heimatkunde, die Förderung kultureller und sportlicher
Zwecke zum Ziel gesetzt hat. Die Eintragung ins Vereinsregister beim
Amtsgericht Bocholt erfolgte am 2. Oktober 1995. Am 4. Oktober 1995 traf die
mit Ungeduld erwartete Baugenehmigung ein und es wurde unverzüglich mit den
Bauarbeiten begonnen: Fräsen der Wiese, Abschieben und Planieren der
Fläche, Verlegung der Drainage und, mit großer Erleichterung aller
Beteiligten, konnte noch im Herbst der Spezialrasen eingesät werden.
Da die Stadt Eigentümerin
dieser Platzanlage bleibt, wurde zur Gewährleistung einer reibungslosen
Nutzung zwischen der Stadt Rhede und dem Förderverein Ortsmitte Krommert
e.V. eine Nutzungsvereinbarung abgeschlossen. In dieser Vereinbarung sind
u.a. die Bestimmungen zur eigenverantwortlichen Nutzung gemäß der Satzung
festgeschrieben, die Pflichten und die Pflege und Unterhaltung sowie
versicherungstechnische Belange definiert.
Am 8. Februar 1996 fand
die erste Jahreshauptversammlung des F.O.K. statt. Der 1. Vorsitzende
Franz-Josef Schluse hat die Entwicklung des letzten Jahres Revue passieren
lassen und gab auch einen Ausblick auf das folgende Jahr, das im Zeichen der
Fortführung der Baumaßnahmen stand. Bis zum 23. Juni 1996, dem
Eröffnungstag, galt es noch "mächtig" anzupacken... und dies ist
ja, wie jeder feststellen kann, erfolgreich geschehen. Bemerkenswert ist
noch die Tatsache, daß auf dieser Hauptversammlung das bereits 500.
Mitglied gemeldet werden konnte. Die aktuellen Zahlen und Daten des
F.O.K. sind auf den weiteren Seiten dieser Festzeitschrift beschrieben.
Den Verantwortlichen des
F.O.K. ist es ein dringlicher Wunsch, das Begonnene erfolgreich
fortzusetzen; nämlich, daß sich der Satzungszweck weitestgehend erfüllen
möge: den Gemeinschaftssinn zu fördern durch sportliche Aktivitäten,
gesellige Treffen (Spielenachmittage, Picknick) und vieles andere mehr. In
dem von der Landjugend erbauten, attraktiven Pavillon könnte sich
sicherlich manch gemütliche "Proat" entwickeln.
Denn dies sei hier nochmals hervorgehoben:
Der Mehrzweckplatz ist für Alle da. |